
Pike & Schuss
Ende des 15. Jahrhunderts entwickelte sich inmitten der Italienkriege eine neue Art der Kriegsführung: Die allgemeine Verbreitung der Pikeniere im Spätmittelalter als Alternative zum Kriegsvolk, die erfolgreich dem Ansturm schwerer Reiterei standhalten konnte, ging mit der Entwicklung tragbarer Feuerwaffen einher – vor allem Luntenschloss-Arkebusen und Musketen. Die Soldaten nahmen eine neue Formation ein, bei der die Pikeniere ein ‚Geviert‘ bildeten, wohingegen die Arkebusenschützen sich an den Seiten und vorn verteilten, sodass sie Deckung hinter oder im rechteckig aufgebauten Geviert fanden, falls die Formation in Nahkämpfe verwickelt wurde. Diese neue Art der Formation nannte man Pike & Schuss oder auch ‚Gevierthaufen‘, und sie war insbesondere bei deutschen Landsknechten und spanischen Tercios beliebt. Sie wurde allerdings bald von anderen Armeen übernommen und dominierte nahezu zwei Jahrhunderte lang die europäischen Schlachtfelder. Erst im frühen 18. Jahrhundert wurde sie von den Formationen der Linieninfanterie abgelöst, die mit Steinschlossmusketen und aufgesetzten Bajonetten bewaffnet waren.
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